Am Sonntag, den 01. November 2026, öffnet das ehemalige jüdische Gemeindezentrum auf der Kapellener Straße 30a in Issum wieder von 14 bis 17 Uhr seine Türen für Besucherinnen und Besucher. Der Eintritt ist kostenlos, und Führungen für Gruppen und Schulklassen können nach Absprache auch an anderen Tagen arrangiert werden.Am Montag, den 9. November, findet außerdem eine Gedenkveranstaltung statt. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“Aus dem Talmud (Sammlung der mündlichen Lehre). Das ist der Leitgedanke von Gunter Demnig, der in ganz Europa Stolpersteine verlegt hat zur Erinnerung an die in den Konzentrationslagern ermordeten Menschen. Diesem Leitgedanken fühlt sich auch der Arbeitskreis Jüdisches Bethaus Issum verpflichtet.In der ehemaligen Synagoge befinden sich 14 Erinnerungstafeln für die Issumerinnen und Issumer, die in den Konzentrationslagern Auschwitz, Theresienstadt und Riga ermordet wurden oder auf der Flucht vor den Nazis starben.
Außerdem liegen in der Kapellener Straße, der Gelderner Straße und der Neustraße insgesamt zehn Stolpersteine vor den Häusern, in denen die Ermordeten zuletzt gelebthaben.
Am 9. November lädt der Arbeitskreis zu einer Gedenkveranstaltung für die Issumer Opfer des Nationalsozialismus ein. Treffpunkt ist um 19.00 Uhr in der ehemaligen Synagoge, Kapellener Straße 30 a. Die Teilnahme ist kostenlos. Für weitere Informationen steht der Arbeitskreis gerne zur Verfügung.
Zur Geschichte der Synagoge:Das ehemalige jüdische Bethaus in Issum ist die einzige Landsynagoge am unteren Niederrhein, die heute noch erhalten ist. Sie wurde 1855 von der jüdischen Gemeinde erworben. 1935 wurde das Gebäude verkauft und von hier an zu nicht religiösen Zwecken genutzt. Die Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 konnte die ehemalige Synagoge so glücklicherweise überstehen.Die Gemeinde Issum erwarb den Gebäudekomplex im Jahre 1987 und richtete den Synagogenraum als Gedenkstätte ein. Man bemühte sich um die Wiederherstellung desursprünglichen Aussehens, so dass der Raum auch heute noch seinen Charakter als religiöser Mittelpunkt einer kleinen, bescheidenen Dorfgemeinde behalten hat.
Weitere Informationen erhalten Sie bei:Arbeitskreis Jüdisches BethausFamilie Brall, Telefon: 02835 1398E-Mail: synagoge@issum.de
Gemeinde Issum, TouristikHerrlichkeit 7 – 9, 47661 IssumTel.: 02835 10 24E-Mail: touristik@issum.de